Bevor sie das Grundwasser im Garten nutzen dürfen, müssen Brunnenbauer einige Vorarbeiten leisten und Gesetze beachten.

VON MICHAEL SCHRECKENBERG

Der selbst gebaute Brunnen ist nicht nur der Traum vieler überzeugter Selbstversorger. Auch wer einfach nur sein Gärtchen hinter dem Haus wässern möchte, kann unter Umständen Geld sparen, wenn er es mit Wasser aus eigener Förderung tut. Bevor der künftige Brunnenbesitzer aber beherzt zum Bohrer greift, gilt es, einige Nachforschung zu betreiben.

Zuerst zur Behörde Wer in Deutschland ins Grundwasser bohrt, darf das nicht ohne das Wissen der Behörden tun – immerhin besteht die Gefahr einer Verunreinigung. Außerdem sollte der künftige Brunnenbauer zunächst klären, ob dort, wo sich später sein Brunnen befinden soll, womöglich eine gesundheitsgefährdende Altlast lauert oder ein Wasserschutzgebiet ausgewiesen ist, und in welcher Tiefe und Gesteinsschicht sich das Grundwasser befindet. Bei all diesen Fragen hilft die Stadt oder Gemeinde weiter. Die zuständige Behörde oder Servicestelle findet sich zum Beispiel im Internet, meist unter dem Stichwort „Entnahme von Grundwasser“.

Erlaubnisfrei Grundsätzlich ist die Grundwasserentnahme für den Haushalt, für landwirtschaftliche Hofbetriebe, für das Tränken von Vieh oder in geringen Mengen zu einem vorübergehenden Zweck erlaubnisfrei. Darunter fällt zum Beispiel auch die Bewässerung des eigenen Gartens. Auch der Bau eines solchen, erlaubnisfreien Brunnens muss der Gemeinde aber gemeldet werden. Wer das selbst geförderte Wasser als Trinkwasser (das ist auch Wasser zum Waschen und Duschen) nutzen möchte, unterliegt der Aufsicht des Gesundheitsamtes.

Zweck Auch wer sein Wasser an andere, zum Beispiel Mieter und Pächter, weitergibt, in einem Wasserschutzgebiet bohren möchte oder in irgendeiner anderen Form von der Definition des erlaubnisfreien Brunnens abweicht, muss sich seinen Brunnen genehmigen lassen. Es ist also in jedem Fall vor dem Beginn der Arbeit zu klären, wo, in welcher Tiefe, zu welchem Zweck und in welcher Menge gefördert werden soll.

Brunnentypen Von den drei üblichen Brunnenformen – Ramm-, Bohr- und Schachtbrunnen – ist nur der Bau eines Rammbrunnens, der auch Schlagbrunnen genannt wird, ohne Vorkenntnisse relativ gefahrlos und kostengünstig realisierbar. Wenn keine Gas-, Elektro- oder andere Leitungen im Weg sind, und die Grundwasserschicht nicht tiefer als sieben bis acht Meter liegt, kann die Arbeit beginnen.

Vorarbeit Der Brunnenbauer bohrt mit dem Erdbohrer, bis er auf die wasserführende Schicht stößt. Sie ist leicht zu erkennen: Der Aushub ist feucht und der Erdbohrer ragt, nach dem Herausziehen und Reinigen, beim Wiedereinsetzen wegen des Drucks ein gutes Stück höher heraus als zuvor. Übrigens: Wer beim Bohren auf Hindernisse trifft, zum Beispiel einen großen Stein, tut gut daran, an einer anderen Stelle im Garten neu zu beginnen.

Stück für Stück Ist die Vorbohrung abgeschlossen, gilt es, zunächst den Rammfilter und dann Muffen und Rohre Stück für Stück mit dem Vorschlaghammer in das Bohrloch zu treiben. Ein Schlagkopf ist dafür unbedingt notwendig. Die Gewinde müssen abgedichtet werden, mit Hanf oder Dichtungspaste. Wichtig ist auch, dass der Hammer den Schlagkopf vollflächig trifft, sonst sind Schäden an Gewinden und Rohren programmiert. Sitzt der Rammfilter dann einen Meter tief in der Grundwasserschicht, ist der Brunnen betriebsbereit. Nachdem der Brunnenbauer das Rohr noch einmal gereinigt hat, setzt er nur noch die Pumpe auf. Ob es eine Schwengel- oder eine Elektro-Pumpe sein soll, ist Geschmacksache – fertig ist der Brunnen.

Quelle: Rheinische Post