TÖNISVORST. Puteus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Brunnen“. Genau hier liegt der Anfang der Firma Puteus. Mit einem kleinen Lager in der väterlichen Garage in Meerbusch gründete man 1979 eine Handwerksunternehmen. „Anfangs haben wir Schlagbrunnen in den Gärten am Niederrhein installiert“, erzählt Peter de Gruyter (44), zuständig für den Vertrieb. Heute macht die Firmengruppe, bestehen aus Putes in Tönisvorst, Schlösser Armaturen (gegründet 1954) und Werner Schütz Wasserzähler in Olpe und Heinrich Schulte (gegründet 1921) in Iserlohn einen Jahresumsatz von über 50 Millionen Euro. Puteus verfügt über Produktionsstätten in Asien sowie über eigene Büros und Niederlassungen in Honkkong und Shanghai.
Durch die Übernahme der Werner Schütz Wasserzähler GmbH im Jahre 2000 verfügt die Unternehmensgruppe auch über eines der wenigen in Deutschland noch existierenden Unternehmen, das seit 1928 Wasserzähler in Eigenproduktion herstellt. Einen eigene staatlich anerkannte Prüfstelle für Wohnungs- und Hauswasserzähler nach dem Deutschen Eichgesetz lässt sich das Unternehmen auch für zahlreiche andere Firmen tätig sein.

 

Viele Faktoren spielten eine Rolle , um diese internationale Unternehmensgruppe aus dem Nichts zu schaffen. Offenbar zählt dazu auch eine untypische Denkweise. „Ich wasche meinen Wagen selbst“, sagt Peter de Gruyter ud spielt damit darauf an, dass kostenbewusstes, wirtschaftliches Handeln absolute Priorität für die Firma hat.

Zusammen mit seinen beiden Brüdern und dem Mitgesellschafter Olaf Stach gehört ihm die Unternehmensgruppe mit der Handelszentrale in Tönisvorst und Produktionsanlagen in Olpe und Iserlohn mit mehreren Gießereien, Galvanikanlagen, Fertigungsstraßen und modernen Roboteranlagen. Vom Wasserzähler im Keller bis zur Wannenarmatur im Bad, vom Waschmaschinenanschluss-Schlauch bis zum Wasserspiel im Garten, wird innerhalb der Unternehmensgruppe nahezu der gesamte Bereich abgedeckt. Uns so lautet auch das Motto der Unternehmensgruppe „Water-in-motion“. Einen großen Stab mit Geschäftsführern und Assistenten leisten sie sich nicht. „Wenn wir Bugetplanung machen, dann treffen wir uns beim Griechen. Jeder bekommt einen Bierdeckel, darauf wird das Budget notiert. Wer als Letzter seinen Deckel abgibt, muss die Runde zahlen“, erzählt Peter de Gruyter halb scherzend. Der jüngste Bruder ist für die Produktion zuständig. Der Älteste für Finanzen, Versicherungen und internationalen Einkauf und Peter de Gruyter für den Vertrieb. Jeder kennt seine Zahlen. „Wir haben keinen Wasserkopf mit großen Stab“, erläutert Peter de Gruyter. Und wenn auch nicht mehr jeder Messestand komplett selber aufgebaut wird, so ist man immer nah am Geschehen und spart unnötige Kosten ein - wie zum Beispiel das Auto waschen zu lassen.

Quelle: MRZ, Dienstag 9. November 2010