TÖNISVORST (schö) ln einer 20 Quadratmeter großen Garage verkaufte Paul-Friedrich de Gruyter die ersten Schwengelpumpen und weitere Zubehörteile für den Brunnenbau. Paul-Friedrich gründete dann 1979 die Puteus GmbH, konnte den rasanten Aufstieg seines Unternehmens, das mittlerweile von den Söhnen Hans {47), Peter {44) und Henning (43) geleitet wird, nicht mehr erleben: Er starb schon 1988 im Alter von 60 Jahren an Leukämie.
Heute umfasst das Pureus-Sortiment mehr als 5000 Einzelprodukte, darunter Armaturen für Bad, Küche oder Waschmaschine, Kugelhähne, Ansperrventile für Heizung und Garten und natürlich die Handschwengelpumpen.
Seit 13 Jahren hat die Gesellschaft mit ihren Betriebsstätten in Olpe und Iserlohn sowie Agenturen in Hongkong und Shanghai ihre Zentrale am St. Töniser Lenenweg. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, sagt Geschäftsführer Peter de Gruyter. Er erinnerte sich noch genau an die Anfänge und die rasante Entwicklung: Als unser Vater 1988 starb, lag der Umsatz bei rund 800 000 Mark, heute sind es über 50 Millionen Euro." Dazu trugen auch seine beiden Brüder bei, die damals ebenfalls noch zur Schule gingen beziehungsweise studierten: .,Hans ist unser Finanz-Guru und für den internationalen Einkauf zuständig, während mein kleiner Bruder ein großer Sanierer ist."

 

Schnelle Wege

Peter de Gruyter ist hemdsärmelig und zielorientiert, liebt die kurzen und schnellen Wege und Entscheidungen. Im großen erst vor etwa dreieinhalb Jahren fertig gestellten drei Millionen Euro teuren Hochregallager überzeugten sich jetzt auch der Tönisvorster Bürgermeister Thomas Goßen mit seinem Wirtschaftsförderer von der Vielzahl der Produkte und vom logistischen Knowhow: .„Wir sind in der Lage, schnell die Wünsche unserer Großhändler zu erfüllen. Wenn sie für den nächsten Tag eine Millionen Schlauchschellen haben wollen, bekommen sie die auch.“

Das Geschäft laufe gut, auch als in den vergangenen Jahren die Messingpreise stark anstiegen und zu einer Verteuerung vieler Puteus Produkte führten. Denn etwa 85 Prozent der Teile der St. Töniser Gesellschaft sind aus Messing. Die Geschäfte der Firma sind nicht nur auf den europäischen Raum begrenzt. Unzählige Armaturen wurden auch in den Hotels der künstlichen Inselgruppe ,.Palm lsland" in Dubai installiert. Peter de Gruyter erinnerte sich noch genau an die Zahlungsschwierigkeiten der Scheichs im vergangeneo Jahr: „Wir hatten Glück, etwa zwei Stunden vor dem Baustopp haben wir damals unser Geld bekommen.“

Quelle: Rheinische Post, Mittwoch 27. Oktober 2010